Umgang mit dem Problem der “Überqualifizierung” bei der Arbeitssuche

Stellen Sie sich vor, Sie sind auf der Suche nach einem neuen Job und entdecken ein Angebot, das Ihnen ins Auge sticht, und was glauben Sie? Sie denken, dass Sie ziemlich perfekt dafür geeignet wären. Okay, es ist ein bisschen anders als das, was Sie bisher gemacht haben, aber eine Abwechslung ist auf jeden Fall reizvoll – und so bewerben Sie sich.

Sie müssen Ihre Bewerbung ziemlich gut gemacht haben, denn Sie werden zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen (Hurra!). Das läuft ziemlich gut und Sie lassen ein kleines bisschen Hoffnung in Ihr Bewusstsein gleiten… aber dann bekommen Sie die schlechte Nachricht – Sie haben die Stelle nicht bekommen. Und der Grund? Sie sind zu “überqualifiziert” für die betreffende Stelle.

Das oben beschriebene Szenario ist keine Seltenheit – es kommt sogar sehr häufig vor und passiert jeden Tag… und wenn Sie der betreffende Kandidat sind, kann man mit Fug und Recht behaupten, dass es mehr als nur ein wenig frustrierend ist, vor allem, wenn es immer wieder vorkommt.

Was bedeutet “überqualifiziert”?
Um herauszufinden, wie man mit dieser Art von Szenario umgehen kann, müssen wir uns zunächst ansehen, worum es eigentlich geht – und natürlich hängt alles von der jeweiligen Rolle und dem jeweiligen Bewerber ab. Ob es um Ihre Ausbildung, Ihre Erfahrung oder Ihren beruflichen Werdegang geht, es gibt viele Faktoren, die die Entscheidung eines Arbeitgebers darüber beeinflussen können, wie “qualifiziert” Sie für eine bestimmte Stelle sind – und letzten Endes ist es nur eine Frage der persönlichen Meinung, wo die Grenze zwischen “qualifiziert” und “überqualifiziert” liegt.

Was “überqualifiziert” tatsächlich bedeutet, hängt, wie ich bereits sagte, von drei Faktoren ab: Ausbildung, Erfahrung und beruflicher Werdegang. In neun von zehn Fällen gilt: Je höher die Qualität und Quantität Ihrer Ausbildung, Ihrer Erfahrung und Ihres beruflichen Werdegangs, desto wahrscheinlicher ist es, dass ein Arbeitgeber Sie als “überqualifiziert” für eine bestimmte Stelle ansieht.

Ein realistisches Szenario ist, dass Sie, wenn Sie bereits Erfahrungen in einer bestimmten Branche oder Funktion gesammelt haben, bereits vorgefasste Meinungen darüber haben, wie Sie bestimmte Aufgaben angehen sollten, die mit der Meinung und Einstellung des Arbeitgebers kollidieren könnten. Ist das fair? Nein… aber kommt das vor? Ja!

Warum ist “Überqualifizierung” ein Problem?
Zusätzlich zu dem gerade erwähnten Problem könnte ein Arbeitgeber einen Bewerber, den er für “überqualifiziert” hält, eher ablehnen, weil er befürchtet, dass der Kandidat die Stelle nicht lange behalten wird und die Stelle nur annimmt, um die Zeit zu überbrücken, bis sich etwas Besseres findet. Bei diesem Szenario geht es wohl vor allem darum, das potenzielle Risiko zu minimieren, vor allem, wenn das Unternehmen klein ist und es sich nicht leisten kann, die Stelle neu auszuschreiben und nach ein paar Monaten einen neuen Mitarbeiter einzuarbeiten.

Was ist die Lösung?
Um das Problem der “Überqualifizierung” zu umgehen, müssen Sie den Arbeitgeber davon überzeugen, dass Sie kein “Fluchtrisiko” darstellen und dass Sie sich für diese Stelle engagieren wollen – und zwar nicht nur für die nächsten zwei Monate, sondern für das nächste Jahr oder so.

Zunächst einmal müssen Sie sowohl in Ihrem Lebenslauf als auch in Ihrem Anschreiben deutlich machen, warum Sie sich für diese Stelle bewerben. In diesem Stadium ist es sogar in Ordnung, wenn Sie laut sagen, dass Sie vielleicht nicht der offensichtlichste Kandidat für die Stelle sind (das habe ich auch getan, als ich mich für Bubble beworben habe, und ich bin zwei Jahre später immer noch hier!), aber dass Sie lernwillig sind, eine neue Herausforderung suchen, offen für neue Ideen sind, hart arbeiten und bereit und in der Lage sind, Ihre vorhandenen Fähigkeiten auf die neue Stelle zu übertragen.

Überlegen Sie sich alle Gründe, die ein Arbeitgeber haben könnte, um Sie aufgrund Ihrer Erfahrung und Ausbildung abzulehnen, und versuchen Sie, diese von Anfang an in Ihrem Anschreiben anzusprechen (dafür ist es ja schließlich da!). Was Ihren Lebenslauf betrifft, so haben wir es schon einmal gesagt und wir wiederholen es noch einmal: Es kommt darauf an, ihn auf die betreffende Stelle zuzuschneiden. Ja, Sie sind vielleicht stolz auf Ihren ersten Abschluss in Geschichte, aber wenn das nicht das ist, was man sucht, würde ich vorschlagen, das in Ihrem Lebenslauf nach unten zu verschieben und die Fähigkeiten, die man sucht und die Sie besitzen, weiter oben zu platzieren.

Wenn der Arbeitgeber im Vorstellungsgespräch das Thema “Überqualifikation” nicht anspricht, sollten Sie es vielleicht selbst ansprechen. Das kann zwar riskant sein, gibt Ihnen aber auch die Möglichkeit, den Arbeitgeber davon zu überzeugen, dass Sie zwar technisch gesehen “überqualifiziert” für die Stelle sind, dies aber nicht bedeutet, dass Sie nicht der richtige Bewerber sind. In dieser Situation lohnt es sich, den Bedenken des Bewerbers zuzuhören und sie so gut wie möglich zu zerstreuen. Dies ist Ihre Chance, den Bewerber umzustimmen – also vergeuden Sie sie nicht!

Wie immer bin ich gespannt, was ihr zu diesem Thema denkt. Haben Sie schon einmal eine Stelle verpasst, weil der Arbeitgeber meinte, Sie seien zu “überqualifiziert”? Arbeitgeber: Wie können Bewerber das Problem der “Überqualifizierung” umgehen? Hinterlassen Sie unten einen Kommentar.

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